treffpunkt.BILDUNG #10

Am 28. Mai 2026 fand unser Jubiläums-Stammtisch statt!

Dieser treffpunkt.BILDUNG widmete sich der zentralen Frage, wie Erwachsene mit Kindern und Jugendlichen über vermeintliche Tabuthemen wie Körperwissen, Sexualität, Menstruation, Pornografie sowie sexualisierte Gewalt und Missbrauch sprechen können — altersgerecht, ehrlich und ohne Scham. Das Veranstaltungsformat startete nach einer einleitenden Keynote in vier parallele, interaktive Workshops, in denen intensiv diskutiert wurde. Nach einer gemeinsamen FAQ-Runde im Plenum bot der Ausklang Raum für vertiefendes Netzwerken. Die Veranstaltung machte insgesamt deutlich, dass junge Menschen gerade dort, wo Erwachsene unsicher werden, verlässliche Informationen benötigen und ehrliche Antworten vertragen, wenn diese ihrer Entwicklung entsprechen.

Der Workshop von Speak Up Sexualpädagogik setzte an der Basis an und zeigte, dass Aufklärung nicht erst beginnen darf, wenn es „akut“ wird. Frühzeitige, altersgerechte Gespräche über Sexualität und den eigenen Körper stärken Kinder in ihrem Selbstbewusstsein und helfen ihnen dabei, eigene Grenzen von Anfang an klar wahrzunehmen.

Das Team von READY for RED / erdbeerwoche fokussierte sich auf das Thema Menstruationsbildung und wie diese erfolgreich aus der Scham-Ecke geholt werden kann. Im Mittelpunkt stand die Erkenntnis, dass es in der Praxis vor allem eine vorurteilsfreie Sprache und konkretes Wissen über die Abläufe im weiblichen Zyklus braucht, um Unsicherheiten abzubauen.

Dabei wurde durch den Verein Selbstlaut betont, dass wirksame Prävention gegen sexualisierte Gewalt in erster Linie von Klarheit lebt. Um Kinder effektiv zu schützen und Erwachsene im pädagogischen Alltag handlungsfähiger zu machen, müssen schwierige Themen mutig angesprochen und Schutzräume aktiv mit Leben gefüllt werden.

Auf Grundlage der Expertise der ÖGF (Österreichische Gesellschaft für Familienplanung) wurde schließlich dargestellt, dass auch der Umgang mit Pornografie eine reflektierte Bildungsarbeit erfordert. Jugendliche benötigen Unterstützung dabei, mediale Inhalte richtig einzuordnen, um eine gesunde, selbstbestimmte Sexualität abseits von unrealistischen Bildschirm-Formaten zu entwickeln.